Fein-Elast
Maschinenreihe mit weißen und grauen Garnspulen

Garn-Guide

Welcher Garntyp eignet sich für welche Anwendung?

Sechs Garntypen im Überblick: Eigenschaften, Einsatz und Vorteile für Hersteller.

Gang zwischen zwei Reihen von Umwindemaschinen

Entscheidungshilfe auf einen Blick

Garntypen im Vergleich

Einfach umwundene Garne

Typische Eigenschaften

Kontrollierte, gleichmäßige Elastizität, gutes Strickbild, moderater Rückstellbereich, hohe Prozesssicherheit

Geeignete Anwendungen

Medizin: Kompressionsstrümpfe, Thrombosestrümpfe, leichte Bandagen

Fashion: Feinstrümpfe, Socken, Rundstrick, Flachstrick

Vorteile für Hersteller

Stabile Elastizität, gutes Strickbild, einfache Maschinenverarbeitung

Doppelt umwundene Garne

Typische Eigenschaften

Hohe Rückstellkraft, Formstabilität, Zug- und Abriebfestigkeit

Geeignete Anwendungen

Medizin: Bandagen, Reise- und Sport-Kompressionsstrümpfe, stark beanspruchte Textilien

Fashion und Technik: strapazierfähige Strickwaren, Gurtbänder, Arbeitskleidung

Vorteile für Hersteller

Langlebige Endprodukte, hohe Belastbarkeit, konstante Funktion bei Bewegung

Luftverwirbelte Garne

Typische Eigenschaften

Voluminös, weich, anschmiegsam, geringere Maschinenspannung nötig

Geeignete Anwendungen

Fashion: Socken, Strickwaren, Rundstrick

Technik: leichte Bandagen, Textilien mit Hautkontakt

Vorteile für Hersteller

Weiche Haptik, komfortabel, gute Füllwirkung

Zwirne

Typische Eigenschaften

Hohe Zug- und Reißfestigkeit, gute Dimensionsstabilität

Geeignete Anwendungen

Fashion: Stickereien, Konfektion

Technik: Gurtbänder, Arbeitskleidung, belastete Textilien

Vorteile für Hersteller

Hohe Stabilität, belastbare Endprodukte, vielseitig kombinierbar

Metallgarne

Typische Eigenschaften

Leitfähig oder dekorativ, kombinierbar mit anderen Garnen

Geeignete Anwendungen

Technik: antistatische Textilien, leitfähige Anwendungen

Fashion und Dekor: Ziergarne, Stickereien

Vorteile für Hersteller

Zusätzliche Funktionalität, dekorativ oder technisch nutzbar

Effekt- und Bouclé-Garne

Typische Eigenschaften

Strukturierte Oberfläche, besondere Haptik und Optik

Geeignete Anwendungen

Fashion: Strickwaren, dekorative Textilien

Medizin: Bandagen mit Struktur (optional)

Stickerei und Konfektion: Design-Elemente

Vorteile für Hersteller

Differenzierung über Optik und Haptik, kreative Gestaltungsmöglichkeiten

Sie sind unsicher, welcher Garntyp passt? Wir beraten Sie gern und stellen Muster bereit.Beratung anfragen

Textile Verkleidung im Innenraum eines Autos

Hamel Elasto Twist

Ein elastischer Zwirn, ausschließlich auf Hamel-Maschinen im Hohlspindelverfahren hergestellt: Unelastische Natur- oder Chemiefasergarne werden um eine Elastanseele gewunden und decken sie ab. Von Webern geschätzt.

  • Kontrolliertes Verhalten von Kette und Schuss in bi-elastischen Geweben
  • Definierte Elastizität, hoher Tragekomfort, knitterfrei und formstabil
  • Gleichmäßige Optik für opaken Feinstrumpf, Body und Seamless
  • Mit leitender Seele zur Abschirmung und als Antistatikum, etwa für Workwear und Innenverkleidungen in Auto und Luftfahrt

Corespun und Sirospun

Beim Corespun wird eine Vorgarnlunte aus Stapelfasern um das Elastan gesponnen, beim Sirospun zwei Lunten in einem Arbeitsgang. So verbindet das Garn die Vorteile der Naturfaser mit einer elastischen Seele.

Hardcoregarne mit einer Seele aus hochfestem Polyamid oder Polyester, etwa für Nähgarne und Reifencord.

Elastan in Baumwolle, Viskose, Micromodal
11 bis 156 dtex
Corespun
Nm 20/1 bis 170/1
Sirospun, Marken cotton star® und elasto star®
Nm 50/2 bis 280/2

Rohstoffe

Von Acryl bis Wolle: zwölf Fasern, aus denen unsere Garne entstehen.

Acryl (PAN)

Kunstfaser mit wollähnlichem, bauschigem Charakter. Hält die Wärme, knittert kaum, ist weich, elastisch und gut färbbar.

Aramid (AR)

Hitzebeständig und sehr zugfest bei geringem Gewicht; hält bis zu 370 Grad aus, ohne zu schmelzen. Bevorzugt in Schutzkleidung für Feuerwehr, Polizei und Motorsport.

Baumwolle (CO)

Reißfeste, hautfreundliche Naturfaser mit geringem Allergiepotenzial. Nimmt bis zu 65 Prozent ihres Gewichts an Wasser auf.

Carbon (6C)

Sehr steif, fest und elektrisch gut leitfähig, mit einem Schmelzpunkt von 3650 °C. Eingesetzt in Verbundwerkstoffen und leitenden Garnen.

Elastan (EL)

Segmentiertes Polyurethan, das sich stark dehnen lässt und fast vollständig in die Ausgangsform zurückkehrt. Gibt textilen Flächen eine definierte Elastizität.

Gummi (LA)

Aus dem Latex des Kautschukbaums, durch Vulkanisation hochelastisch und schwer entflammbar. Wegen Latexallergien wird zunehmend Elastan verwendet.

Polyamid (PA)

Elastisch, formbeständig, reißfest und schnell trocknend. Klassiker für Feinstrumpf, Miederwaren, Bade- und Sportbekleidung.

Polyester (PES)

Sehr reißfest, nimmt wenig Wasser auf und leitet Feuchtigkeit gut ab. Die mengenmäßig bedeutendste Kunstfaser.

Polyethylen (PE)

Leicht, zugfest und beständig gegen Säuren, Laugen und Chemikalien; nimmt kaum Wasser auf. Häufig in Schutzkleidung verarbeitet.

Polypropylen (PP)

Die leichteste Textilfaser, nimmt praktisch kein Wasser auf und leitet Schweiß weiter. Für die hautnahe Schicht in Sport- und Outdoorbekleidung.

Viskose (CV)

Zellulosefaser aus Buche, Fichte oder Eukalyptus, saugfähig und gut färbbar. In reiner Form kompostierbar.

Wolle (WO)

Nimmt viel Wasserdampf auf, ohne schnell feucht zu werden, isoliert gut und verkohlt, statt zu brennen.